Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 289

ob das probehaltig iſt. Wenn in einem andern Lande, wo vielleicht das königliche Wort: Ich und mein Haus, wir wol⸗ len dem Herrn dienen! nicht gilt, wo der einfache wir wol⸗ len ihn nicht ſtteng nennen fromme Glaube in den höhern Regionen belächelt wird, wenn dort die vornehmen Stände die Kirchen ſuchen, wo das Wort des Herrn und nicht das Wort der gebrechlichen Vernunft gepredigt wird, ſo will ich das loben. Aber dies Beiſpiel fehlt noch. Heut zu Tage hat ſich überdem noch die Politik in den Kirchenbeſuch gemiſcht. Bei Predigern, welche an der heiligen Schrift feſt halten, iſt auch das Wort der feſten Treue, oder wie's die Andern nennen der Reaction zu hören, das hat auch die vornehmen Stände zu ihnen gezogen. Denn bei den andern, den politiſchen Predigern, wo es viel Fahnenſchwenken in den beiden Jahren gegeben hat, wurden ihnen je zuweilen, wenn grade ein Quer⸗ wind wehte, von dem man noch nicht recht wußte, wie er um⸗

ſpringen würde, verdrießliche Dinge geſagt. Doch Sie ſtehen

auf dem Sprunge und ich plaudere noch: mir altem Kerl geht's immer ſo, wenn ich einmal einen Menſchen finde, mit dem ich mich ausſprechen kann. Glauben Sie nicht, daß ich mein Le⸗ belang ein ſo einſamer Uhn geweſen bin!

Sie ſollten ſich auch jetzt nicht ganz abſchließen, zuweilen eine Reiſe machen. Beſuchen Sie mich einmal in Berlin. Ich lebe auch ſehr für mich allein über Tiſch und im Dienſt, ſonſt habe ich nur mit wenigen Kameraden Umgang, und nur in einer einzigen Familie Zutritt

Und wo iſt das? fragte der Oberſt lächelnd.Ich ſehe. was Sie dorthin zieht, ſchon an Ihrem Geſichte.

Mörner heißt die Familie. Salvator. l. 19