Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 17

Ich meine nur ſo! ſprach die Alte heftig.Nicht, daß ich etwas wüßte oder dazu thun könnte! Mein Bischen kriegt Ihr einmal, das verſteht ſich aber das wird nicht viel ſein. Ich kann in meiner Lage nichts ſparen, mein Herr giebt mir anſtändig und ich dürfte nur mehr fordern, ſo hätte ich's, aber ich bin ſtolz, ihm ohne Eigennutz zu dienen, und dabei doch anſtändig zu erſcheinen ſomit gebe ich viel aus. Für wen ſollte ich auch ſparen? Du haſt mir keine Luſt dazu gemacht, Marie und wie ich ſehe, ſeid Ihr ganz zufrieden.

Wir werden nicht verhungern, Mutter! ſagte die Wittwe mit einem Seußer.

Das weiß ich, und das beruhigt mich auch. Es wäre nicht einmal zu Eurem Glücke, wenn Ihr im Ueberfluß ſäßet, der Karl iſt ein hochmüthiger Burſche jetzt ſchon, wo er nicht über zehn Thaler zu commandiren hat, in ſeinem Kahne dünkt er ſich ein Freiherr wie würde es erſt mit ihm ſtehen, wenn er viel Geld hätte! Und Deine Anne iſt ein gutes Mädel, das in ihrem neuen Dienſte ſich ganz wohl befinden wird, Du haſt das Häuschen und den Garten Ihr verlangt nicht mehr, alſo was ſoll Euch Reichthum!

Mutter, ich weiß gar nicht, was Sie immer von Reich⸗ thum ſprechen! erwiederte die Wittwe trüb lächelnd.Uns wird kein Menſch etwas geben.

Nein, nein! Es wäre auch die größte Tollheit! verſetzte die Alte in einem Tone, als beſchwichtige ſie ſich ſelbſt.

Die Enkelin kam jetzt zurück und brachte eine ungefähre Angabe der Zeit, da auf die Wanduhr des Nachbars kein rech⸗ ter Verlaß war.Hätteſt auch den kleinen Weg nach dem Schloßthurme nicht zu fürchten brauchen! ſagte die Groß⸗

Salvator. I. 2