Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator.

reich zu machen! Gott bewahre, was wolltet Ihr damit an⸗ fangen! Es wird aber nicht ſo weit kommen, dafür ſteh' ich!

Mutter, was erboſen Sie ſich denn? ſagte die Wittwe. Wir helfen uns durch, mehr wollen wir nicht.

Dabei bleibt's! erwiederte die alte Frau, ſtürzte ihren letzten Schluck Kaffee ärgerlich hinunter und fragte dann nach der Uhr. Die Enkelin lief zum Nachbar, welcher eine ſolche beſaß, um danach zu ftagen, Karl verließ mit ihr die Stube, und die beiden Frauen blieben allein.

Zu ſagen hatten ſie ſich wohl nichts mehr. Die Groß⸗ mutter ſtand auf und ging in der Stube umher, die Hände auf den Rücken gelegt: ſie war groß und ſtattlich gewachſen und trug ſich, trotz ihrer ſechzig Jahre, noch mit einer Haltung, welche einer vornehmen Dame Ehre gemacht haben würde. Auch ihre Kleidung, ſo einfach ſie war, zeigte eine gewiſſe Zier⸗ lichkeit; gewiß war die alte Frau in ihrer Jugend bildſchön geweſen, ihre wohlgeſchonten weißen Hände waren es noch. Aber in ihrem Auge lag ein Ausdruck, der all' dieſen wohl⸗ thuenden Aeußerlichkeiten widerſprach es hatte einen Blick, welcher eher Furcht, als Zutrauen einflößte, und ſelbſt ihr Enkel, welcher ein mannhafter Burſch war und ſonſt vor Nie⸗ mand Scheu fühlte, konnte dieſen Blick nicht recht ertragen.

Marie! ſagte ſie, nachdem eine geraume Zeit vergangen war, ohne daß nur durch eine Silbe das Stillſchweigen unter⸗ brochen worden. Die Tochter blickte von ihrer Arbeit auf.

Wenn nun wirklich auf einmal ein Glück über Euch käme, was würdeſt Du anfangen?

Ach du lieber Gott! war der Tochter ganze zweifelhafte Antwort.