Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator.

Ja, er hat Dich geküßt, der freche Burſch. Ich habe es mit meinen Augen geſehen und danke Gott, daß Du nichts davon weißt. Nur durch den Sprung in den See entging er ſeiner Züchtigung, und Du ſprichſt von Belohnen!

Das iſt empörend! Ehrlos, ſchändlich von ihm! rief Laura aufſpringend. Wir hatten uns ihm anvertraut.

Kennſt Du den Menſchen? fragte der Vater.

Ich habe ihn nie geſehen, als heut.

Wer hat ihn zu Eurer Ueberfahrt gedungen?

Ich weiß nicht. Jemand von Rheinberg's Leuten. Wir wünſchten grad' über den See zu fahren, weil der Abend ſo wunderſchön war und der Landweg ſo ſtaubig. Mama wollte ſich gleich in allen Richtungen orientiren um Eins bitte ich Dich, ſage der Mutter nichts von dem abſcheulichen Vorfalle, ich wollte, Du hätteſt mir auch nichts davon geſagt!

Der Vater lachte.Siehſt Du, es gab eine Zeit, wo Du allerlei phantaſtiſche Ideen von der Vortrefflichkeit unſers ſoge⸗ nannten Volkes hatteſt, Ideen aus Deinen modernen Roma⸗ nen, die nur Ungeheuer ſchildern: Ungeheuer von Tugend im niedern Volke, Ungeheuer von Laſtern in unſerm Stande. Ich denke, Deine brennenden Lippen ſind ein Verſuch, dieſe Extreme zu vermitteln.

Vor ſeinem Blicke ſtieg in dem Antlitze des jungen Mäd⸗ chens eine edle Röthe auf wir wollen nicht verrathen, welche Gefühle ſich in ihr gegen den Vater regten, in deſſen Augen. ſie nur zu oft einen Geiſt las, den er ſonſt gerathen hielt, ſei⸗ nem Kinde zu verhehlen. Ueber ihr Erröthen, das er aus einer falſchen Quelle ableitete, ſteigerte ſich ſeine Heiterkeit, und nur die Ankunft des Arztes, welcher in demſelben Momente