Salvator. 7
etwas zu ſehr geſchaukelt, der Schiffer warnte mich, aber ich konnte nicht denken, daß der breite Kahn ſo leicht umſchlagen würde.“
„Du nimmſt die Schuld auf Dich?“ fragte der Vater mit finſtrer Stirne.
„Was will ich thun? Wo eine Sache klar liegt, finde ich Winkelzüge unwürdig. Du haſt mir von Kindheit an mehr Verſtand als Gemüth nachgeſagt, dem muß ich Ehre machen. Wo die Mama gegen mich zeugen kann, da ſagt mir der Ver⸗ ſtand, daß alles Gutkindſpielen mir die Schuld nicht abnimmt, und ich bekenne ſie offen. Es thut mir ſehr leid, daß die Mutter davon leiden muß.“
„Verloreſt Du deine Geiſtesgegenwart auch im Waſſer nicht? Wie war Dir zu Muth?“
„Grün, lieber Papa. Als ich ſah, daß die Reiſe unauf⸗ haltſam hinabging, wurde mir ſchwindlig und nur ein dumpfes Brauſen von grünem Waſſerſchwall, immer dunkler um mich her, iſt mir noch erinnerlich. Weiter weiß ich nichts. Als ich die Augen aufſchlug, fand ich mich gerettet.“
„Du weißt nichts von Deiner Rettung— wirklich nichts?“
„Natürlich hat uns Beide der Schiffer gerettet, und es iſt ſehr viel, daß er es möglich machte. Du haſt ihn hoffentlich belohnt— wenn man das überhaupt kann!“
„Belohnt?!“ rief der Vater.„Laura, Du weißt alſo wirk⸗ lich nicht, daß er Dich geküßt hat?“
Ein Blitz funkelte in Laura's Augen, eine dunkle Gluth ſchoß über ihr ganzes Geſicht, ſie richtete ſich ſtolz in dem Lehnſeſſel auf, in welchem ſie nachläſſig geruht hatte. Vater!“ ſagte ſie mit einem Tone des Vorwurfs.


