Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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daß Orkum hier ſei, dennoch flog ein Schatten über ſeine Stirn, als er ihn erblickte und an der Faſſungs loſigkeit von beiden ſah, daß ſie ſich ſchon verſtändigt hatten. Aber er hütete ſeine Gedanken, begrüßte viel⸗ mehr Orkum herzlich und umarmte dann ſeine Schweſter, welche er ſeit dem Tode ihres Vaters zum erſten Male wiederſah. Seine Erſcheinung gab Virginia ihre See⸗ lenkraft zurück; ſie war ſich bewußt, daß ſie nichts ge⸗ than oder geſprochen, das ſie hätte bereuen müſſen, und wie tief ihr Herz auch getroffen war, es blutete im Stillen; dieſe Momente der Prüfung mußten ja vor⸗ übergehen und der Friede, nach dem ſie ſich nun wahrhaft ſehnte, ſollte ſie bald, von Allem getrennt, was jetzt noch ihre Seele ſchmorzlich gefangen hielt, in ſtiller Zelle umſchatten. So dachte ſie jetzt wenigſtens. Als aber Camillo, nachdem er lange mit ihr über den Vater und die Familienangelegenheiten geſprochen hatte, den Freund, welcher dabei ſtumm, in ſich verſunken geſeſſen, bei der Hand nahm und in ſeiner vorgefaßten Meinung über deſſen Hierſein plötzlich fragte:Habe ich Recht, wenn ich mich nun Deines ſpät gefundenen Lebensglücks er⸗ freue? da wurde ſie todtenblaß und erwiderte kaum vernehmbar:Du irrſt! Mein Loos iſt beſtimmt! Unſeres Vaters Schweſter hat mir die Stätte bei ſich ſchon bereitet. Das kann nicht ſein! Das wäre eine Sünde gegen