Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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nehmen; es war ihr letzter Wunſch, ehe ſie den ſchmerz⸗ lichſten Abſchied nehmen mußte, der ihr noch bevorſtand, den Abſchied von dem Kinde ihrer Leiden!

Mit Giuditta wandelte ſie noch einmal durch die Gänge des Gartens und trat hinaus auf den Punkt, von welchem die volle Schönheit des Golfs und ſeiner zauberiſchen Umgebungen zu überſchauen war. Das kind⸗ liche Geplauder der Kleinen hörte ſie kaum, dringende Fragen beantwortete ſie zerſtreut; ihre Seele verſenkte ſich ſtill in die Erinnerung einer Stunde, welche ſie einſt hier verlebt hatte. Das oft geſchaute Bild war ihr da⸗ mals in dem Entzücken fremder Augen mit neuen Reizen ausgeſtattet erſchienen; ſie wurde traurig bis zum Wei⸗ nen, der Seufzer, der ihren Lippen entfloh, war ein letzter Gruß in Gedanken, ein heißer Wunſch für das Glück des Freundes.

Da rief die Kleine plötzlich, als könne ſie in der Seele ihrer Mutter leſen, hell und freudig einen Namen, welcher eben Virginia's Seele bewegte. Und wie dieſe, davon erſchreckt, aufblickte, ſtand Alexander vor ihr. Bei⸗ der Augen begegneten ſich. Nur ein unbewachter Mo⸗ ment war es bei Virginia, die ſo ahnungslos überraſcht worden war, und ſie ſenkte ſogleich ihre dunklen Augen⸗ ſterne zu Boden, aber ihr Blick hatte ihn mit namenloſer Seligkeit erfüllt.