Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Du mich nicht für ſo kleinlich hältſt, Deinen hübſchen Witz bei unſerem letzten Abſchiede übelgenommen zu haben.

Wollen wir es aber nicht bei unſerem bisherigen Verhältniß belaſſen, Couſin? fragte Camillo ruhig. Sie beehren mich mit dem brüderlichen Du, deſſen ich durchaus nicht würdig bin.

Es zuckte über Emilio's Geſicht, aber er wurde gleich wieder freundlich.Verzeihen Sie, mein lieber ceremonieller Herr Couſin, daß es mir bei dieſem uner⸗ warteten Wiederſehen war, als könnte ich Sie gar nicht anders als Du nennen. Wenn Sie aber kein näheres Verhältniß zwiſchen uns wünſchen, ſo beſcheide ich mich. Meinerſeits habe ich Ihnen wenigſtens den Beweis ge⸗ liefert, daß mich der Gaukler von Reggio nicht getroffen hat. Wäre das der Fall geweſen, ſo würde ich nicht zu Ihnen gekommen ſein, ſondern, wie es unter Männern von Ehre üblich iſt, Genugthuung gefordert haben. Das konnten Sie von meinem Point d'honneur erwarten. Für einen bloßen Scherz oder, wenn Sie wollen, für ein Mißverſtändniß von einem nahen Verwandten Re⸗ chenſchaft fordern zu wollen, wäre wahrhaft lächerlich geweſen. Sie können mich nicht im Ernſt für den Gaukler von Reggio, den ich bildlich gebrauchte, gegen meine eigene Couſine gehalten haben.