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General Carrascoſa, Befehlshaber in den Marken, zuge⸗ theilt; Andere glaubten aber, er ſei auf der Verfolgung ſeiner Frau begriffen. Eamillo hoffte, da er jetzt ſeinem Vater ſo nahe war, von ihm Aufkärung über viele Zweifel zu erhalten und ſchrieb ihm, von der Audienz nach Hauſe gekommen, ein Billet, in welchem er ihn um Erlaubniß bat, ihm in der Villa Angri ſeinen Beſuch machen zu dürfen. Dem Vetter Emilio, welchen er beleidigt hatte— und er konnte ſich nicht ableugnen, daß es abſichtlich geſchehen war— hatte er gleich nach ſeiner Ankunft in Neapel ſeine Karte ohne ein erklärendes Wort geſchickt und erwartete nun die Schritte, welche Emilio thun würde. Statt eines Cartelträgers wurde ihm aber, als er eben den Diener mit dem Billet nach der Villa⸗Angri abgefertigt hatte, der Prinz, ſein Vetter, in Perſon ge⸗ meldet, und ein Lächeln bitterer Verachtung umſpielte ſei⸗ nen Mund. Er nahm ihn jedoch an, denn er konnte von ihm wohl mehr hören als ſelbſt von ſeinem Vater. Ohne alle Verlegenheit, mit der freundlichſten Miene von der Welt trat Emilio ein und eilte auf Camillo zu, der ihm entgegenhinkte.
„Glücklich heimgekehrt?“ rief er nach einem miß⸗ glückten Verſuche, ihn zu umarmen.„Ich danke Dir, daß Du mich ſogleich durch Deine Karte davon benach⸗ richtigt haſt. Es iſt mir ein angenehmer Beweis, daß


