Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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nach Wien einzureichen mir erlaubte, wenigſtens ſo weit berückſichtigt haben. Nun dem Baron Orkum das Leben erhalten iſt, gedenke ich ihm auch die Beweiſe zu ſchaf⸗ fen, welche ſeine Unſchuld an dem ſchweren Verbrechen, das Sie eben ausgeſprochen haben, in volles Licht ſtellt.

Ein Hochverräther iſt er ſeiner Geſinnung nach, die er ungeſcheut vor ſeinen Richtern ausgeſprochen hat! rief der König.Es iſt eine Wohlthat für ihn, daß der Kerker ihn abhält, ſie durch Thaten zu bekräftigen. Mit den Beweiſen ſeiner Unſchuld brauchen Sie ſich nicht wei⸗ ter zu bemühen, da es feſtgeſtellt iſt, daß er nicht das Bil let in Chiffreſchrift abgeſendet hat, welches der Gerechtig⸗ keit ein ſchuldiges Haupt entziehen wollte. Genug davon! Ich werde Sie rufen laſſen, Prinz Angri, wenn ich wie⸗ der Ihrer Dienſte bedarf.

Camillo war entlaſſen. In den letzten Aeußerun⸗ gen des Königs glaubte er eine Andeutung zu erkennen, welche ihn beunruhigen konnte, denn er war ſich wohl bewußt, ein gefährliches Spiel zu ſpielen, und gerade weil ihm der König ſein Vertrauen früher ſo unbedingt geſchenkt hatte, mußte dieſer, wenn er ſich darin ge⸗ täuſcht fand, um ſo erbitterter gegen ihn werden. Bei gehöriger Ueberlegung kam er aber doch zu der ſichern Annahme, daß der König keinen wirklichen Argwohn ge⸗ gen ihn hege. Camillo kannte ſeinen Charakter genau;