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ſie verlaſſen hat, oder zur Beſtrafung, zur Einſchließung in klöſterliche Mauern?“
„Sie ſind der Mann eiſerner Strenge, nur nicht da, wo ſie nothwendig iſt!“ entgegnete der König im höchſten Unmuth.„Doch es iſt Ihre Sache, was Sie thun wollen, ich habe mich nicht darum zu kümmern; es war nur mein Antheil an Ihnen, und der Skandal, das Aufſehen, welches der Vorfall erregt hat, die In⸗ dignation der Königin. Handeln Sie ganz nach Ihren Grundſätzen. Ich habe Ihnen nur noch zu ſagen, daß ich Ihren Schützling, für den Sie ſich gewiſſermaßen ver⸗ bürgten, ich meine den Vetter Orkum's, nach einer Re⸗ viſion der Acten des Kriegsgerichts begnadigt habe.“
„Sire!“ rief Camillo freudig überraſcht.
„Das heißt zu lebenslänglichem Gefängniß!“ ver⸗ ſetzte der König mit einem ſtrengen Blick.„Sie nehmen einen Antheil an dieſem Hochverräther, der mich wahrhaft frappirt. Es ſcheint Ihre ſchwache Seite zu ſein, ſich für die Revolutionäre zu intereſſiren. Nehmen Sie ſich vor General Manches in Acht, Angri, ihm gilt kein Anſehen der Perſon und ich decke Sie nicht mit meinem Schilde!“
„Mein Schild, Sire, iſt mein Bewußtſein!“ er⸗ widerte Camillo ehrerbietig, aber feſt.„Ich danke Ew. Majeſtät, daß Sie meine Bitte, die ich beim Abgange


