er wußte, daß er zwar in Sachen der Politik oder ſeiner eigenen Handlungen eine gewiſſe Verſchlagenheit beſaß und verſteckt war, doch aber ſonſt zu heftig und aufbrau⸗ ſend, um ſeinen Zorn zu bemeiſtern. Hätte er gegen ihn einen wirklichen Verdacht gefaßt, ſo würde derſelbe bei ſeinem Anblick unfehlbar zu einem Ausbruche ſeines Unwillens über vermeintlichen Undank und Verrath ge⸗ führt haben. Camillo beruhigte ſich alſo und ſchritt auf ſeiner gefährlichen Bahn weiter. In ſtillen Stunden konnte er ſich allerdings ſeines eigenen Gefühls nicht er⸗ wehren, das ihm auch manchen Vörwurf machte, wie ihn der König nur hätte machen können, aber ſtand nicht über allen dieſen Rückſichten hoch erhaben das Ziel, das ihm winkte, und mußte er ihm nicht jedes per⸗ ſönliche Opfer bringen, ſelbſt das ſeiner Redlichkeit? „Das ſind Sophismen!“ rief es bei dieſem Gedanken, durch den er ſich beſchwichtigte, oft in ſeiner Seele.„Der Brigant mit den Waffen in der Hand, ſelbſt der Bravo mit dem Dolch iſt beſſer als der falſche Freund, welcher den blumenbekränzten Giftbecher kredenzt!“ Aber er hatte ſeine Wahl getroffen und konnte nicht mehr zurück; wenn nur das Ziel für Italien gewonnen wurde, mochte man ſeinem Andenken immer mit Ver⸗ achtung fluchen.
Er hatte dem Könige der Wahrheit gemäß geſagt,


