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Fürſtlein dritten oder letzten Ranges, womöglich zu dem des Fürſten von Monaco, herabdrücken; auf eine reiche Penſion käme es ihnen dann nicht an. Sie fürchten ſich, Camillo, das iſt Alles! Sie haben ihren Völkern die Wohlthaten wieder genommen, welche ihnen der Kaiſer mit vollen Händen geſpendet hatte; mein Volk iſt noch im Vollgenuſſe aller deren, die es mir verdankt; ſie fürchten, ich könne das Banner von Italien entfalten, wie Sie mir einſt geſagt, mein treuer Freund, und ganz Italien werde mir zufallen. Vielleicht wäre jetzt der Zeit⸗ punkt dazu!“ Er hielt inne, als erwarte er eine Zuſtim⸗ mung. Camillo Angri aber ſchwieg und hatte die Augen auf den Boden geheftet.
Auch der König ſchwieg eine Weile, dann fuhr er ruhiger fort:„Sie ſollen mich wenigſtens auf meiner Hut finden. Die Preſidien von Toscana, ſeit drei Jahr⸗ hunderten im Beſitz meiner Vorgänger, ſind mir ſchon durch Lecchi's und Rospiglioſi's unbegreifliche Vergeſſen⸗ heit, wenn ich es nicht Verrath nennen ſoll, verloren ge⸗ gangen; wenn ſie die Wichtigkeit derſelben für uns erkannt und auf ihre Erhaltung für mich beſtanden hätten, damals würde kein dauernder Widerſpruch erho⸗ ben worden ſein. Nun iſt es zu ſpät. Aber die Marken wenigſtens laſſe ich mir nicht nehmen. Ich werde meine Truppen dort verſtärken und die Feſtungswerke von An⸗


