Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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hatte der Gang des Congreſſes nach dem kurzen Son⸗ nenblicke, der ihn geblendet, eine bedenkliche Wendung genommen und der Tanz konnte für ihn leicht ein Waf⸗ fentanz werden. Die Berichte, welche er von Wien er⸗ hielt, lauteten immer bedrohlicher, und er konnte ſich auf dieſelben verlaſſen, denn er hatte die Männer ſeines Ver⸗ trauens dorthin geſchickt und ſandte auch ſpäter von Zeit zu Zeit einzelne Generale oder andere Räthe ab, von deren Einſicht und Geſchicklichkeit er weſentliche Dienſte erwartete.

Der günſtige Moment, wo man ſich bei dem Zer⸗ würfniß um Polen von beiden Seiten durch ein Bünd⸗ niß mit dem Könige von Neapel zu ſtärken ſuchte, war vorüber. Die Anſchuldigungen, daß er im italieniſchen Feldzuge nicht ehrlich gehandelt habe, kamen wieder zum Vorſchein; neuer Verdacht, daß er mit Anſchlägen zur Vergrößerung ſeiner Macht, vielleicht durch einen unvor⸗ hergeſehenen Schlag, umgehe, wurde gegen ihn erregt, und freilich gaben die Rüſtungen dazu Anlaß, welche Murat ununterbrochen betrieb, weil er wohl ſah, daß er ſich nicht mehr auf den guten Willen ſeiner Alliirten, ſondern einzig und allein auf ſeine Macht, wenn dieſe impoſant genug war, verlaſſen durfte Als ſeinen Haupt⸗ feind ſah er Talleyrand an, welchen er ſogar beſchuldigte,

vom Könige Ferdinand das Verſprechen einer Million 1*