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Sehnſucht, ihre Schweſter wiederzuſehen, konnten die⸗ ſen Beſuch allein nicht erklären, aber ſie war vielleicht eine Votin der Verſöhnung. Die hochherzige Seele des Kaiſers hatte ſich über ſein Unglück erhoben und er ver— zieh in ſeiner Großmuth vor allen dem Verwandten und ehemaligen Waffengefährten in den Tagen des Ruhms, jetzt, da ſein Schickſal erfüllt und ſeine Laufbahn auf immer beſchloſſen war. So deuteten Viele den Beſuch der ſchönen Frau, welcher zu Ehren am Hofe neue und glänzende Feſte gegeben wurden.
Die Eingeweihten aber, welche den Gang des Con⸗ greſſes zu Wien mit ſcharfen Augen beobachteten, wie es auch Napoleon auf Elba, mit den beſten Nachrichten bedient, vermochte, konnten in der Erſcheinung der Für⸗ ſtin Pauline noch ein anderes Zeichen ſehen. Ein geiſt⸗ reicher und witziger Herr, der Fürſt von Ligne, hatte ge⸗ ſagt, als man ihn nach dem Gange des Congreſſes fragte:„Der Congreß geht nicht, er tanzt!“ Wirklich ſchien die Hochflut der Vergnügungen, welche die Ver⸗ einigung der gekrönten Häupter, der vornehmſten, inter⸗ eſſanteſten und ſchönſten Perſönlichkeiten von ganz Europa in der Kaiſerſtadt an der Donau täglich höher anſchwel— len ließ, den ernſten Gang der Geſchäfte, die Entſcheidung über das Schickſal von Millionen ganz zu überdecken. Aber wie dem auch ſein mochte, für Murat von Neapel
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