Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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und verneigte ſich tief vor demſelben, ehe er dem Grafen antwortete. Der Fremde machte ihm einen verbietenden Wink und er ſagte nun:Ich würde es nicht verantwor⸗ ten können, wenn ich Ew. Gnaden nicht bitten wollte, von dem beabſichtigten Beſuche abzuſtehen. Der Fall iſt ſehr ernſt; ich ſah vom Fenſter aus Ihren Wagen und eilte hierher, um Sie abzuhalten. Jede Störung der Kranken könnte tödtlich ſein!

Kommen Sie, Orkum! ſagte der Fremde, welcher ernſt und unruhig geworden war;hier iſt kein Beſinnen nöthig. Er neigte ſich zu der Kleinen hernieder und reichte ihr ſeine Hand, in welche ſie, welche ſonſt vor Fremden ſcheu war, nach kurzem Zögern ihr feines Händchen legte; mit ſichtlicher Freude hob der Fremde das Kind empor und küßte es zweimal, dann ließ er es vorſichtig wieder auf den Raſen nieder, und während ſeine Angen unverwandt auf ihm ruhten, zog er einen von den blitzenden Diamant⸗ ringen, die ſeine Hand ſchmückten, vom Finger, gab ihn der Kleinen und wandte ſich, mit einem kurzen Abſchieds⸗ wink der Hand gegen den Arzt, ohne ein Wort zu ſpre⸗ chen, nach dem Wagen, der in einiger Entfernung hielt; Graf Orkum richtete noch eine flüchtige Frage an den Arzt und folgte dann. Raſch, wie ſie gekommen waren, fuhren ſie durch die Cypreſſenallee wieder von dannen.