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Ein goldener Herbſttag ſchimmerte über dem Lande und lockte zu Luſt und Freude hinaus in die freie Natur. Auf dem Molo, an der Riviera, auf allen ſchönen Punkten der Umgegend von Neapel ſchwärmte und wogte es wieder von lebensluſtigem Volk, von Wagen und Reitern. Von dem Vorplatze der Villa Angri auf der Landſeite, wo eine Cypreſſenallee ſchnurgrade nach der höher laufenden Straße führte, konnte man die vorübereilenden Erſchei⸗ nungen auf dem ſtaubigen Wege ſehen, und Maddalena ſaß vor dem verſchloſſenen Thorwege im Schatten mit ihrem Spinnrocken, das Kind zu ihren Füßen hütend, das im Graſe mit Blumen ſpielte; ſie blickte ſtill in die Ferne, wo das lebendige Treiben mit dem Frieden um ſie her einen mächtigen Gegenſatz bildete. In ihrem Herzen war aber das Mädchen traurig, und wenn ihre Augen ſich auf das unſchuldige Kind zu ihren Füßen ſenkten, hätte ſie weinen mögen. Ihre Herrin, die ſie trotz Allem, was ſie von ihr wußte und ſelbſt geſehen hatte, zärtlich liebte, lag drinnen krank und gebrochen; der arme ſchöne Mann, bei deſſen Erinnerung das Herz der Maddalena bebte, war gefangen und viel⸗ leicht ſchon todt, ihr eigener letzter Verwandter in die weite Welt gegangen! Wenn die Kranke ſtarb, Du arme kleine Giuditta!
Durch die Cypreſſenallee kam plötzlich ein leichter


