Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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That anklagen, welche man auf den Unſchuldigen ge⸗ wälzt hatte; er mußte ſagen, daß er es geweſen ſei, wel⸗ cher den Boten mit der Warnung an das Haupt der Carbonari abgeſchickt hatte; es war eine Ehrenſache für ihn, mochte ihm das Geſtändniß auch den ſichern Un⸗ tergang bringen. Welche Prüfung, welcher Kampf! Hättet Ihr ihn hochherzig und ſiegreich beſtanden, dem Tode Euch geweiht, um nicht einen Unſchuldigen für Euer Verbrechen bluten zu laſſen? Ihr werdet mir die Ant⸗ wort ſchuldig bleiben!

In ſeinem Zimmer ſaß Camillo eine Weile finſter brütend. Er war noch zu keinem Entſchluß gekommen, als er ſich aus dieſer entnervenden Stimmung riß, um den nöthigſten Brief zu ſchreiben.Ihrem Auftrage, mein heilig verehrter Vater, kann ich nicht genügen, des Königs Befehl ſendet mich morgen nach Wien. Gewinnen Sie es über ſich ſelbſt, zu vollbringen, was Sie mir anvertraut hatten. und dadurch in ewige Nacht zu begra- ben, was uns zur unauslöſchlichen Schmach gereicht. Die Wolke, die zwiſchen uns geſtanden hat, wird bald der Sonne weichen. Nur dieſe wenigen Zeilen ſchrieb er, ſchloß und ſiegelte den Brief und übergab ihn zur Be⸗ ſtellung. Es war ein kurzes Ausweichen von ſeinen Ge⸗ danken geweſen, ein Waffenſtillſtand nur, der Kampf in ſei⸗ nem Innern erwachte von neuem mit verſtärkter Gewalt.