Teil eines Werkes 
2. Bd. (1865)
Entstehung
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unerwartet traf,ſo machen Sie ſich gefaßt, daß ſie nicht in bloßen Worten beſtehen wird.

Wir müſſen uns ausſprechen, in aller Ruhe! Nie⸗ mand kann ja betrübter ſein als ich, ſagte er.

Wenn Sie das ſind, ſo laſſen Sie uns ſchweigen! Jetzt und auf immer! verſetzte Camillo, die Unterredung, welche im leiſeſten Tone geführt wurde, abbrechend, da der Strom der Menſchen ſie umdrängte.

Finde ich Sie morgen zu Hauſe? fragte Emi- lio noch.

Der Gaukler von Reggio niemals! erwiderte Camillo mit einem vernichtenden Blicke, indem er ſich an einen Bekannten, der eben an ihnen vorbeiging, an⸗ ſchloß und mit ihm weiter ging, ohne ſich um den Vetter noch zu kümmern.

Das Wort hatte getroffen. In jenem Briefe, wel⸗ chen Emilio geſchrieben, als er ſein Billet uneröffnet von Virginia zurückerhalten, hatte er ſich bildlich der alten Sage von dem Gaukler bedient, der, in Reggio wegen ſeiner Hexenkünſte ausgewieſen, der Stadt aus Rache die gefährlichſte ſeiner Schlangen heimlich zurückgelaſſen hatte, welche nun aus verborgenen Schlupfwinkeln viele Men ſchen, beſonders Frauen und Kinder, auf ihren We⸗ gen geſtochen und mit ihrem Gifte getödtet hatte, ohne daß es gelungen wäre, ſie zu ergreifen. Emilio hatte dies Beynd von Guſeck, König Murat's Ende. II. 15