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die Gräfin im Roſenſchloſſe weilte, ihrer Mutter ganz genommen zu ſein, und Frau Gianna war auch zufrieden damit, wie ſie ſelbſt zu Maddalena ſagte, da ſie in dieſer Zeit alle Hände voll zu thun hatte und ſich um Giuditta nicht recht bekümmern konnte.
„Deine Principeſſa ſollte die Giuditta an Kindes⸗ ſtatt annehmen und zu einer vornehmen Dame erziehen!“ ſagte ſie am Morgen, als ſie mit der Proeidanerin darüber ſprach und das Kind ſchon wieder nach der Herrin, welche noch ſchlief, ſtürmiſch verlangte.„Glaubſt Du nicht auch, daß die Giuditta eine ganz prächtige Dame werden müßte? Nun, Lenetta, wer weiß, was noch geſchieht!“
„Schämt Euch, Padrona, ſo hoffärtiger Gedanken!“ erwiderte das junge Mädchen; wenn ſie aber die Kleine betrachtete, wie zart und fein ſie war, und ihre Mutter dagegen, die braune, ſtämmige Hirtentochter aus der Baſilicata, ſo mußte ſie bei aller Unſchuld ihres Her— zens auf wunderliche Gedanken kommen.
Einige Tage vergingen ohne irgend ein beſonderes Ereigniß. Der Bote war mit einer ſehr artigen Ant⸗ wort des Commandanten zurückgekehrt, in welcher der— ſelbe das Verſehen ſeines Untergebenen, der Frau Gräfin keine Anzeige von der Verhaftung eines ihrer Diener gemacht zu haben, zu rügen verſprach und ſich vorbe⸗


