Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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Laß uns denn allein, Maddalena, ſprach die Gräfin freundlich. Das Mädchen küßte ihr und dem geiſtlichen Herrn die Hand und ging hinaus.

Noch an demſelben Tage wurde ein Bote mit dem Schreiben der Gräfin Orkum an den Militärcomman⸗ danten der Terra di Lavoro abgefertigt. Das Schreiben war ſehr geſchickt abgefaßt, Virginia hatte ſich aber doch erlaubt, in dem Entwurfe, den ihr der Prieſter vorge⸗ legt hatte, einige Wendungen und Ausdrücke, welche ihr allzu demüthig erſchienen, zu ändern; das fürſtliche Blut in ihren Adern konnte ſich nicht verleugnen. Wie hätte ſie dem Niedriggeborenen, welchen nur das Glück und die Gnade des Königs zu ſeinem jetzigen Range erhoben hatten, in bittender Form ſich nahen können! An die Stellung ihres Gemahls und daß der Comman⸗ dant vielleicht Rückſicht auf dieſelbe nehmen werde, dachte ſie dabei nicht, ſie betrachtete ſich in ihrem Geiſte nie als eine Andere als Virginia Angri. Der Bote war abgeritten, und erſt jetzt fand ſie die Ruhe, welche ſie hier geſucht hatte. Sie verbrachte den Abend auf der Veranda, wo ſie die kleine Giuditta um ſich ſpie⸗ len ließ, bis dieſe von der Müdigkeit überwältigt wurde, und Maddalena an der Treppe ſitzen mußte, um der Kleinen behülflich zu ſein, wenn dieſe es nöthig hatte. Das Kind ſchien überhaupt immer, ſolange

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