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Virginia blickte den Prieſter fragend an. Er hatte ihr vielleicht noch etwas Beſonderes zu ſagen. Da er aber ganz unbefangen ihren Blick erwiderte, ſprach ſie: „Laßt die Arme immer noch hören, was wir an den Commandanten ſchreiben. Es wird ihr Herz erleichtern, wenn ſie hört, daß ich die Freilaſſung meines Dieners fordere.“
„Verzeihung, Frau Gräfin. Erregen wir dem Kinde keine voreiligen Hoffnungen“, ſagte der Prieſter.„For⸗ dern können Sie die Freilaſſung Ihres Dieners nicht, ich habe mich vielleicht in dem Worte Reclamation un— richtig ausgedrückt. Sie können ſich nur für ihn ver⸗ wenden und Ihr Anſehen geltend machen, daß ihm nicht Unrecht geſchieht oder auch, daß er milder behandelt wird, vielleicht volle Begnadigung erhält, falls ſein Ver⸗ gehen nicht allzu ſchwer ſein ſollte. So glaube ich Ihr Schreiben an den Commandanten aufſetzen zu müſſen. Reizen dürfen wir die militäriſche Gewalt nicht, welcher dieſe Angelegenheit unterworfen iſt; wir haben ja leider Beiſpiele genug, wie ſie früher ſchon gehandhabt worden und daß kein Recht dagegen zu erlangen iſt. Ich rathe Dir alſo, Maddalena, Dich in Geduld und Ergebung zu faſſen. Du haſt gethan, was Deine FPflicht war, Deine Herrin wird Deinen Oheim nicht verlaſſen, und der Allmächtige hat unſer aller Schickſal in Händen.“ 15*


