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„Zu ſpät! Zu ſpät!“ ſagte Maddalena ſchmerzlich. Die Kleine, welche noch bei Virginia ſtand, fragte ſie ängſtlich und wiederholt, warum ſie weine, und wies jetzt ſogar die Gräfin zurück, welche ſie beruhigen wollte. „Bringe das Kind ſeiner Mutter“, ſprach dieſe,„und komme wieder zu mir. Vielleicht iſt doch noch zu helfen, wo Du ſchon alle Hoffnung aufgegeben haſt.“
Das Mädchen gehorchte und kehrte ſogleich zurück. Ein Schimmer von Hoffnung war ihr nun doch bei den letzten Worten der Herrin wieder aufgegangen; ſollte es nicht möglich ſein, daß die vornehme Frau, deren Mann dem Könige ſo nahe ſtand, noch im letzten Augenblick Rettung bringen könnte, wenn dieſer letzte Augenblick noch nicht vorüber war?
„Ja, Madonna!“ ſagte ſie, als ſie die Schwelle kaum überſchritten hatte und warf ſich Virginia zu Füßen. „Mein Oheim iſt vielleicht noch nicht todt! Er iſt aber gefangen und verloren, wenn Ihr ihn nicht rettet!“
„Weshalb? Was hat er gethan?“ fragte Virginia betroffen.„Rede, damit ich. verſtehe und weiß, was zu thun iſt!“
Maddalena erzählte in gedrängter Haſt, daß ihr Oheim vorgeſtern hier geweſen ſei. Er habe ſie nach der Oſteria rufen laſſen, um im Schloß kein Aufſehen zu erregen; dort habe ſie ihn gefunden und von ihm


