Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

218

rigen Anweſenheit zu der Mutter Giuditta's geſagt, als ſie die Gräfin in ſolchem ſüßen Spiel mit der Kleinen geſehen hatte,wie ſchade, daß Madonna kein Kind hat! Meint Ihr nicht auch?

Kinder machen Sorgen, hatte darauf Gianna er⸗ widert;man kann nicht zeitlebens mit ihnen ſpielen. Und freilich mochte die arme Wittwe, welche aus der Baſilicata war, viel Sorgen gehabt haben, ehe ſie die gütige Herrin mit ihrem Kinde hier aufgenommen und ihr die Wirthſchaft des ſchönen Gutes anvertraut hatte.

Der Gräfin fiel jetzt Maddalena wieder ein, welche ſie zur Wärterin des Kindes beſtimmt, ſeit ſie dies lieb gewonnen hatte. Wem konnte die Seelenmeſſe, um welche das Mädchen den Prieſter bitten wollte, anders

gelten, als ihrem Oheim Mas' Antonio, deſſen räthſel. haftes Verſchwinden bis jetzt unaufgeklärt geblieben war? Einen Grund zur Flucht wußte ſie nicht zu finden; er war in ſeinem Dienſt, wenn auch ſeinem Weſen nach nicht gerade einnehmend, doch immer zuverläſſig geweſen, der Vater würde ihn ſonſt nicht zu ihr gegeben haben; ein Vergehen lag nicht vor, das ihn aus Furcht vor der Strafe hinweggetrieben; er ſchien ſich auch wohl zu befinden, ſoweit Virginia, die ſich mit ihrer Diener ſchaft wenig in Geſpräche einließ, darüber urtheilen konnte; es mußte alſo, wenn er nicht verunglückt war, ein ganz