Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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Virginia's Auge erheiterte ſich; ſie nahm das Kind auf den Arm und küßte es, ohne ein Wort zu ſagen.

Madonna! hörte ſie jetzt in ſtaunendem Tone aus⸗ rufen; eine braune, kräftige Frau trat herzu und hieß die Gebieterin mit großer Freude willkommen.

Da nimm Dein Kind, Gianna! ſagte die Gräfin und reichte ihr die Kleine, welche lieber bei der ſchönen Herrin geblieben wäre.Sie iſt wieder ganz geſund? Die Frage klang ſo vornehm gleichgültig, wie eine hohe Dame eben nach armer Leute Ergehen zu fragen pflegt.

Ja, Altezza erwiderte die Frau, indem ſie das Kind an ihre Bruſt drückte und liebkoſte.Es hat ihr wohl Jemand etwas Böſes angethan; Gott ſei Dank, es iſt aber bald vorübergegangen.

Die Gräfin lächelte.Am Ende wirſt Du noch ſelbſt verzaubert werden, Gianna! Wahrhaftig, Du haſt der armen Kleinen ſchon ein Korallenhörnlein angehängt. Willſt Du mir nicht auch eins ſchenken?

Altezza könnten es vielleicht recht gut brauchen, verſetzte die Frau mit einem gewiſſen trockenen Ausdruck.

Die Dienerſchaft hatte ſich unterdeſſen eifrig mit dem wenigen Gepäck beſchäftigt, das die Herrin mit⸗ brachte und das nur auf eine kurze Anweſenheit zu deu⸗ ten ſchien. Virginia ſtand noch auf der Veranda, welche ſie betreten hatte; ſie konnte ſich noch nicht entſchließen,