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hauſes, dem ſie ſich nahte, noch nie ſo reizend erſchie⸗ nen als heute. Die ſchön und phantaſtiſch geformten Kuppen, in welchen der Thalrand ſich dahinzog, die Wein⸗ gärten mit den weißen Winzerhäuschen, am Wege der muntere Bach, der ihn begleitete und heute, vom Regen geſchwollen, hundert übermüthige Cascadellen bildete, die Kapelle droben, von der Sonne wie mit einer Glorie umſtrahlt, die bunten Herzblumen, die Gebüſche, im Lich⸗ terſpiel demantner Regentropfen funkelnd, und das Haus ſelbſt, ſo wohnlich, ſo friedlich unter den hohen Bäumen ihr entgegenſchauend— Virginia hatte ſich weit aus dem geöffneten Fenſter gelehnt und nahm all die Schönheit in vollen Zügen in ſich auf. Sie fühlte ſich hier immer ſo glücklich; war dieſer Bach der Lethe, welcher ſie Alles vergeſſen ließ, was jenſeits der Höhe lag, von wo ſie in das Thal einfuhr?
Von der Dienerſchaft, welche ſich ihr bequemes Le⸗ ben noch bequemer machte, bemerkte Niemand das Nahen des Wagens, bis er vor der Pforte hielt. Da überſtürzte ſich aber auch Alles, um die Herrin zu empfangen. Dieſe ſchwang ſich, jede Hülfe verſchmähend, aus dem Wagen, ihr Auge ſchien etwas zu ſuchen.
„Tante!“ rief plötzlich eine klare Kinderſtimme, und
ein kleines liebliches Mädchen, das in der Haſt beinahe umge⸗ rannt worden, machte ſich zwiſchen den Leuten emſig Bahn.


