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um in Geduld das Ende ihrer kurzen Reiſe zu er⸗ warten.
Ihr Bruder hatte Recht, ſie ging auf das Landgut ihres Gemahls. Wenn ſie tiefere Gründe dazu hatte, als einen plötzlichen Einfall, dem ſie ſelten widerſtrebte, ſo waren es wenigſtens nicht die, welche ſelbſt Camillo ſuchte. In Zurückgezogenheit zu leben, war nicht ihre Art. Die Heimkehr des Grafen würde ſie hier am we⸗ nigſten, ſondern lieber in der rauſchendſten Umgebung abgewartet haben, und vor Unziemlichkeiten, wenn ſich irgend ein Mann ſolche jemals gegen ſie erlaubt hätte, ſchützte ſie ſich ſelbſt am beſten. Der Weg, welcher ihr heute zur Ewigkeit ſich dehnte, ſenkte ſich endlich in ein Thal, und der graue Schleier, welcher die ganze Gegend verhüllt hatte, ſchien ſich plötzlich zu lichten. Ein friſcher Wind von der Höhe ſetzte das träge Gewölk, das am Himmel gelaſtet hatte, in Bewegung, noch ein heftiger Regenguß, der auf die Kutſchendecke praſſelte, dann zer⸗ riſſen die Wolken, der Wind fegte ſie ſtürmiſch zur Seite, ein erſter Sonnenblick, und die Natur zeigte ihr zauber⸗ ſchönes Antlitz wieder, das nur zu lange mißfarbig be⸗ deckt geweſen war. So fuhr Virginia in das liebliche Thal ein, in welchem die Roſaja lag; es war, als komme mit ihr, der Herrin, wieder Freude und Licht in das dunkle Gefild. Auch ihr war die Umgebung des Land⸗


