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Neapel halten, ſagte der Capitano. Wie war das mög⸗ lich? Hier ſtand Alles wie ſeit Jahren; es hatte ſich nichts verändert; die Herrſchaft des Franzoſenkönigs, wie ihn ſeine Feinde nannten, ſchien feſter als je. Der ein⸗ fache Gondolier hatte darüber zwar kein Urtheil, aber ſeinem natürlichen Verſtande war es nicht entgangen, daß unter dem Volke viel beſſer vom König Joachim geſprochen wurde als ſonſt, und daß ihm namentlich die Lazzaroni gar nicht abgeneigt waren. Hatte doch Mas' Antonio ſelbſt, der bei dem Aufſtande in den Bergen die Waffen gegen ihn getragen und mit dem Könige ein ganz beſonderes Zuſammentreffen gehabt hatte, ſich kaum des gewinnenden Eindrucks erwehren können, den die glänzende Erſcheinung des Königs Murat, von deſſen Tapferkeit man ſich Wunderdinge wie aus dem„Orlando furioſo“ erzählte, in ſeiner prächtigen Tracht, die mehr eine herrliche Ritterkleidung als eine ſteife Soldaten⸗ uniform war, auf alle Südländer machte. Was war denn draußen in der Welt vorgefallen, daß König Fer⸗ dinand, der vor ſieben Jahren Neapel hatte verlaſſen müſſen, daran denken konnte, von Sicilien wieder her⸗ über zu kommen? Die Kunde von dem ſchrecklichen Gottesgericht in Rußland, welches im vorigen Winter die große Armee des Kaiſers Napoleon vernichtet hatte, war zwar auch bis in die unterſten Schichten der Be⸗ 2


