Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

DasSternlein, neu vergoldet auf dem Wirths⸗ hausſchilde über der Thür, blinkte Mas' Antonio ſchon von weitem entgegen. Das lärmende, luſtige Gewühl der Gäſte, welche ſich's hier im Freien wohl ſein ließen, hatte ſich noch vermehrt; auch tanzende Paare gab es genug; Tambourins klangen, zum Tanz geſchlagen und hoch über dem Kopf geſchwungen, daß ihre Schellen klirrten; Caſtagnetten klapperten im raſchen Takt des Volkstanzes, der die Leidenſchaft der Liebe vom erſten ſchüchternen Erwachen, vom Suchen und Meiden durch alle Momente ihres Anſchwellens bis zum Glück der Gewährung mit glühender Sinnlichkeit ſchildert. Die zahlreichen Zuſchauer gaben ihren Beifall bei jeder neuen und überraſchenden Wendung, welche dieſe Kinder des Volkes dem Tanze nicht ohne Anmuth zu leihen wußten, mit jauchzendem Bravo! und Brava! und wüthendem Händeklatſchen zu erkennen. Mas' Antonio ſchritt aber kalt und theilnahmlos vorüber und würdigte die tanzen⸗ den Paare keines Blickes, als habe er den Grund, der ihn hergeführt hatte, ganz vergeſſen. Sein ſcharfes Auge ſpähte vielmehr unter den Gruppen der Männer umher, welche weithin den Vorplatz und die Umgebung der Stellina füllten, und ſeine Stirn wurde immer finſte⸗ rer; offenbar ſuchte er Jemand, ohne ihn zu finden. Es konnte nicht fehlen, daß ſeine herrſchaftliche Livree