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Solche Gedanken beſchäftigten die Seele des Jünglings und machten ihn ſtumm, als er neben ſeiner Tante den Pfad durch die Myrtenhecken zu dem hochgelegenen Hauſe emporſtieg. Sie ſah ihn lächelnd von der Seite an und unterbrach das Schweigen nicht.
An der Landungstreppe war, ſobald beide weit ge⸗ nug entfernt waren, daß ſie nichts mehr hören konnten, zwiſchen den beiden Gondolieren ein Streit entſtanden, der leicht mit Meſſerſtichen hätte endigen können. Der jüngere hatte dem ältern Vorwürfe über ſeine Unge⸗ ſchicklichkeit gemacht, das Ruder wie ein Knabe ins Meer fallen zu laſſen; er hatte ſich das herausgenom⸗ men, weil er ein wirklicher Marinaro von der Inſel Capri war, der Andere aber, wie er meinte, eigentlich nur ein zerlumpter Lazzarone, den die Laune des alten Herrn oder das Mitleid ſeiner Frau Tochter in die herrſchaftliche Livree des Hauſes Angri geſteckt hatte. Dieſer war aber dadurch nicht ſo zahm geworden, um Vorwürfe von einem gemeinen Capritaner zu ertragen; er hatte ihn ſchnöde abgefertigt, und es wäre, wie ge⸗
ſagt, von Worten zu Meſſerſtichen gekommen, trotz der
Livree des fürſtlichen Hauſes Angri, welche beide trugen, wenn nicht als Friedensſtifter der triefende Schwim⸗ mer ſich wie ein Meergott mit dem Ruder, der Urſache des Streits, aus den Fluten erhoben und zwiſchen die


