Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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Günther vom Walde, der auf ſeinem fränkiſchen Landſitze im ungeſtörten Eheglück lebte, wurde von den Kämpfen der Zeit nicht mehr berührt. Aus Heſſen hörte Adelheid wohl gelegentlich, was ſich dort zutrug. Der Landgraf hatte durch das Vorgehen ſeines Schwie⸗ gerſohnes nach fünfjähriger ſtrenger Haft die Freiheit wiedererhalten und litt noch an den Folgen derſelben; ſeine häuslichen Verhältniſſe waren nicht beſſer gewor den. Irgend ein Zeichen, daß Adelheid's Jugendfreun din, die Gräfin von Diez, noch immer die rachſüchtige Geſinnung gegen ſie hege, wurde jedoch nicht kund, Adelheid ſchien dort vergeſſen zu ſein und war zufrieden damit. Um ſo treuer blieb ihr Andenken dagegen bei ihren Verwandten in Thüringen, ſolange dieſe noch lebten, und als das greiſe Ehepaar auf dem Ehrenſtein ſtarb, Frau Margarethe nur acht Tage nach ihrem Herrn, beide ohne längere Krankheit, waren Günther und Adelheid bei der feierlichen Beiſetzung zugegen. Die Knaben, über deren Vormundſchaft und Erziehung der Graf von Schwarzburg zu beſtimmen hatte, wären am liebſten mit Adelheid nach Franken gezogen. Das war aber nicht ſtatthaft. Sie waren jedoch ſpäter, als ſie herangewachſen in den gemeinſchaftlichen Beſitz des Sonnenlehns traten, ſehr oft auf dem Schloſſe im Centamt Maynberg.