Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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ruhigte ſie. Nachdem die Voigtländerin gemeldet, wie entſchloſſen ſie auf eigene Verantwortung gehandelt hatte, mußte die Gräfin auch lächeln.Hoffentlich, ſagte ſie,haſt Du den Schelm nicht in das unterſte Verließ zu Molchen und Schlangen ſperren laſſen. Zum Glück braucht er nicht lange dort feſtgehalten zu wer⸗ den, denn meine Brüder wollen den theuren Gaſt mit ſich nach Henneberg nehmen, wo er ſicherer iſt als bei mir. Dann mag der Vorwitzige wieder frei hinweg⸗ gehen und immerhin verrathen, daß Katharina von Schwarzburg den verfolgten Prediger des Evangeliums bei ſich aufgenommen hat, ſie wird ſich zu verantworten wiſſen.

Dazu wurde ſie jedoch nicht aufgefordert. Der Zorn des Kaiſers war ſeiner Natur nach keine nachhaltige Glut. Er war gereizt worden durch Aquila's Schriften gegen das Interim, von dem ſich der Kaiſer ſoviel Heil verſprochen hatte, doch ließ er den Geflüchteten nicht weiter verfolgen, und ſchon nach Jahresfriſt konnte dieſer als Dekan zu Schmalkalden wieder öffentlich predigen. Zwei Jahre ſpäter, als ſein Herr, der Kur⸗ fürſt Moritz, vom Kaiſer abgefallen, den Paſſauer Ver⸗ trag, der das Interim aufhob, erzwungen hatte, kehrte Aquila nach Saalfeld zurück, wo er bald nach dem

Augsburger Religionsfrieden geſtorben iſt.