Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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gab ihm keine Erklärung dazu; als ſie aber, ohne ihn zu fragen, die Hülle von dem Täſchlein abriß und es öffnete, wurde er betroffen. Ein Blättchen Papier lag darin, es war mit wenigen Worten beſchrieben. Mutter Anne konnte nicht leſen, ſie wußte nicht, was Günther's Augen aufſtrahlen und feucht werden ließ.Johanne Erdmuthe Linderin! Es war der Name ſeiner Mutter, und darunter ſtand:Meinem Sohne Günther zum Schutz in allen Dingen! Ein Mariengulden mit einem ſchwarzen Sammtbande im Henkel lag dabei, wie ihn oft der fromme Glaube der Zeit geliebten Perſonen als Amulet gab. Günther war von tiefer Rührung ergrif⸗ fen. Die alte Frau, welche ſo theilnehmend auf ihn ſah, hatte ſeine Mutter ja gekannt, er mußte ihr ſagen, was ihn ſo mächtig bewegte. Wie aber war Gosmar zu dieſem dem Sohne zugedachten Geſchenke gekommen? Dies Räthſel wurde ihm erſt ſpäter gelöſt, als Katha rina ihm Gosmar's Geſtändniſſe übergab, welche der Pfarrer Aquila niedergeſchrieben hatte. Der Unglückliche hatte in ſeiner wahnſinnigen Leidenſchaft dies Pfand für ſich ſelbſt geraubt, zum ewigen Andenken!

Die Gräfin wurde am andern Morgen durch die uner⸗ wartet frühe Rückkehr ihrer getreuen Lisbeth überraſcht. Schon fürchtete ſie irgend ein Unheil auf der Schwarz burg, aber Lisbeth's heitere, faſt ſiegesſtolze Miene be⸗