Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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war, in welche ſie ſich nach ihrer Entfernung aus Heſſen hatte zurückziehen wollen. Gelübde, die ſie nimmer hätte erfüllen können, wären Frevel und Sünde geweſen. Das Alles wußte Katharina, wenn es ihr Adelheid auch nicht deutlich geſagt hatte. Ihre Antwort auf ſeinen Brief hatte ihn jetzt hierher geführt und ſie em pfing ihn mit der Herzlichkeit einer Mutter, die ihrem Sohne ſein Glück zu verkünden hat. Als dann der Augenblick kam, wo er Adelheid ſelbſt nahen durfte, war es nicht die Glut ſtürmiſcher Leidenſchaft, die ſeine Worte entflammte; er hatte das Bewußtſein, daß Adelheid um ihrer ſelbſt, nicht blos um ihrer Glau benstreue willen in einem lange verdunkelten Borne heiligen Gefühls gewonnen, und ſprach zu ihr aus fried lichem, wenn auch noch ſo freudig bewegtem Herzen Katharina war auf Adelheid's innige Bitte zugegen geblieben; in ihrer Nähe wurde es der Jungfrau leichter, das Wort zu ſprechen, mit welchem ſie ihre ganze Seele dem geliebten Manne hingab.

Spät abends erſt konnte Mutter Anne den Auftrag eines Sterbenden erfüllen. Günther begrüßte ſie freund⸗ lich; die nächtliche Begegnung oberhalb Paulinzelle ſchwebte vor ſeinem Geiſte. Wie hatte ſein Schickſal ſich nun anders und ſegensreich geſtaltet! Das Pfand, das ſie ihm übergab, nahm er befremdet an, ihre Erzählung

Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg 1II 15