Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

229

Auch mit dem Hauſe Schwarzburg, welchem Gün ther entſproſſen war, hielt er freundliche Verbindung. Sein junger Vetter, dem er mehrfach auf ſeinen Lebens wegen begegnet war, rechtfertigte die auf ihn geſetzten Hoffnungen. Das blutrothe Mal in ſeiner Hand hatte wahr prophezeit, er wurde einer der glänzendſten Ver treter des Hauſes und die Geſchichte hat ihm den Na men des Streitbaren beigelegt. Auch für ſein Land wurde er ein trefflicher Fürſt, deſſen Wirken ſich ver ewigt hat, wenn auch das Schloß, das er an Stelle des älteſten Fürſtenſitzes in derAarenſtadt erbaut, heute nur noch in einem Thurm und wenigen Mauern erhalten und ſelbſt die herrliche Liebfrauenkirche, in der er bei ſeinen Ahnen begraben liegt, faſt zur Ruine ge worden iſt, bis in unſern Tagen Fürſt und Volk ſich vereinigt haben, das Meiſterwerk altdeutſcher Baukunſt zu erhalten.

Stiller als das ſeinige, aber geſegnet, wie ſelten ein anderes, war das Walten Katharina's von Schwarz burg, die nach jenem Tage, der ihr den Namendie Heldenmüthige gegeben, noch viele Jahre für das Wohl ihrer Unterthanen lebte. Sie freute ſich des Glückes ihrer Kinder, von denen auch die jüngſte Tochter ſich einem Grafen von Waldeck, Samuel zu Arolſen, die zweite, Amalie, einem Mansfeld vermählte. Zu Rudol