Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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weit über ſeinen Sprengel hinaus durch den Druck verbreitet, dem Werke des Kaiſers um ſo gefährlicher wurden, als ſie deſſen ſchwache Seiten mit unerbitt⸗ licher Wahrheit aufdeckten. Da mochte es dem Kaiſer leid thun, daß er den ſtarren Lutheraner, als er zu Saalfeld ihm bezeichnet worden war, geſchont hatte, und ſeine Rathgeber ruhten nicht eher, bis er ihn ſtreng bedrohen ließ. Der furchtloſe Man konnte nicht leicht eingeſchüchtert werden, doch beſchworen ihn die Seinigen und viele gute Freunde, ſich der guten Sache zu erhal⸗ ten und eine Weile Saalfeld zu verlaſſen, bis der Kaiſer beſchwichtigt ſei, und Aquila gab endlich nach. Aber der Kaiſer ließ ſich nun bewegen, einen Preis auf ſeinen Kopf zu ſetzen: fünftauſend Gulden dem⸗ jenigen, der ihn bringe!

Hatte der um ſeines Glaubenseifers willen Verfolgte zu fürchten, daß ein Thüringer ſich den Blutpreis werde ver⸗ dienen wollen? Einem ließ es doch keine Ruhe, als das kaiſerliche Mandat bekannt gemacht wurde; er konnte ein ſchönes Geld gewinnen und ſich zugleich an dem Manne rächen, der ihn als Lügner vor einer hohen Frau an den Prager geſtellt und um ſeine beſte Kund⸗ ſchaft gebracht hatte. Kandel fing auf einmal ſeinen Hauſirhandel wieder an und wagte ſich ſogar auf das

Rudolſtädter Schloß, wo er den Verborgenen zuerſt