Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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wurden dem Thüringer, als er an einem ſonnigen Auguſtabende in die alte ehrwürdige Reichsſtadt ein⸗ ritt, die traurigſten Eindrücke nicht erſpart. Auf dem ſogenannten Berlach, dicht am Rathhauſe, ſah er zwei Galgen und ein Schaffot, wie man ihm ſagte, zur Beruhigung der Einwohner errichtet, um die Gewalt⸗ thaten der Soldateska an ihnen zu ſtrafen. Doch hatte dieſe erbarmenloſe Strenge ſie nicht zu bändigen vermocht. Selbſt unter den deutſchen Truppen war des ausgebliebenen Soldes wegen ein furchtbarer Auf⸗ ruhr entſtanden; ſie waren mit entrollten Fahnen und brennenden Lunten vor des Kaiſers Quartier im Fug⸗ ger'ſchen Hauſe gezogen und hatten Geld oder Blut gefordert. Das entſetzlichſte Unglück hatte ſtunden⸗ lang über der Stadt geſchwebt, ſie wäre allen Schrecken preisgegeben worden, wenn der Kaiſer durch ſeine Spanier den Aufruhr niederzuwerfen verſucht hätte. Seine Mäßigung hatte ihn die Schlacht zwiſchen beiden Nationen vermeiden laſſen und den Meuterern ſogar Strafloſigkeit gewährt, der Sold war geſchafft und das Regiment dann aufgelöſt und entlaſſen wor⸗ den. Günther's Herz bebte vor Unmuth in der Bruſt, als man ihm das erzählte hätte er noch hier be⸗ fehligt, wahrlich, es wäre ſo weit nicht gekommen! Freude erlebte er überhaupt nicht viel zu Augsburg.

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