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von neuem, als er Adelheid wiederſah, und er hätte ſie gern offen gefragt.
Sie ahnte nicht, was er meinte. Noch einmal hob ſie ihr Auge zu ihm auf und ſagte mit Zuverſicht: „Durch eigene Kraft kann ich es nimmer, aber Gott wird mir dazu helfen!“
Er wollte ihr noch mehr ſagen— von Selbſttäu⸗ ſchung befangen über die Natur des Gefühls, das mehr und mehr in ihm erſtarkt war, glaubte er wie ein Bruder und Freund zu Adelheid reden zu können— aber ſchon war der Moment vorüber. Eine helle Mädchen⸗ ſtimme rief Adelheid's Namen und im Gebüſch rauſch⸗ ten die Zweige von nahenden Schritten. Erröthend wiederum und tiefer als zuvor, gab Adelheid Antwort und ſagte flüchtig zu Günther:„Wir ſuchten Blumen — haben uns eben getrennt— es ſind die Töchter der Gräfin.“ Sie waren ſchon lachend und ſcherzend ganz nahe, verſtummten aber, als ſie bei Adelheid den Frem den ſahen.
„Verzeiht, wenn ich Euch erſchreckt habe!“ ſagte Günther, ihnen mit freiem und wohlwollendem Blick entgegentretend.„Von der Frau Mutter wißt Ihr wohl ſchon, daß ich hier kein Fremder bin. In Eurem Gedächtniß, Fräulein Amalie, kann ich freilich ſeit ſo
langer Zeit nicht mehr leben.“ In ſeinen Zügen machte Vernd von Guſeck Katharina von Schwarzburg. III. 14


