Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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welche ihre Wangen einen Moment roſig gefärbt, zum Herzen zurück und ſie wurde bleicher als zuvor, während ihre leuchtenden Augenſterne hinter den tief geſenkten weißen Lidern verſchwanden und die zitternde Hand ſich ſanft Günther entzog.

„Seid mir von Herzen gegrüßt!“ ſprach er erſt jetzt.„Ihr habt Euch unter Gefahren und Verfolgung bewährt; bleibt unſerer hochheiligen Kirche auch ferner treu, Adelheid!“

„Ich habe es Euch gelobt, Günther!“ antwortete ſie mit leiſer, bebender Stimme.

„Nicht mir Adelheid, dem Herrn und der hei⸗ ligen Jungfrau!“ entgegnete er ſanft.„Ich weiß, Ihr werdet Euer Gelöbniß halten in dem Lande, das unſere Kirche verloren hat, ſelbſt wenn Euch eine noch ſchwerere Verſuchung nahen ſollte.“ Er dachte an den Bewerber, der ihn ſelbſt noch im letzten Augen⸗ blicke, als ſie ſich an der Elbbrücke getrennt, um ſeine Vermittelung gebeten hatte. Auf dem Ehrenſtein war ihm zwar eine Beruhigung darüber gegeben worden, in Wahrheit für ihn eine ſolche, da er, wenn Adelheid ſich zu der Verbindung bewegen ließ, die ſchwerſten Gewiſſenskämpfe für ſie vorausſah, die Möglich⸗ keit aber, daß ſie durch eine ſo ſtandhafte Liebe endlich doch gewonnen werden könne, beunruhigte ihn