Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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ſich plötzlich eine tiefe Bewegung ſichtbar, wie er bei dieſen Worten ſein Auge auf die älteſte der Schweſtern richtete; es war der Gedanke, daß ihn einſt das ſüße Lächeln eines Kindes vor einer grauenhaften That bewahrt hatte.

Sie waren beide befangen, die holden Mädchen. An freies Geſpräch mit Männern nicht gewöhnt, wurde Amalie, die älteſte, durch den räthſelhaften auf ſie ge⸗ richteten Blick des Fremden, von dem ſie doch wußte, daß er eigentlich ihr Oheim war, noch mehr in Ver⸗ legenheit geſetzt, aber ſie antwortete ihm freundlich und auf dem Rückwege nach dem Schloſſe, den ſie nun an⸗ traten, gewann ſie bald Vertrauen genug, um ihm ſagen zu können, daß ſie ihn ſchon einmal im Hain geſehen habe— feſt eingeſchlafen! Welche zweite Er⸗ innerung weckte ſie dadurch in ihm! Aber keine Gefahr mehr! Auch die jüngere Schweſter, die noch ganz Kind war, kaum dreizehn Jahre alt, fand nun den Muth, mitzuſprechen; nur Adelheid ging ſchweigend, mit geſenkten Augen an Günther's Seite, und er hätte nach den ernſten Worten, welche beide vorher gewechſelt, jedes leichtere, wie es jetzt nur möglich war, für eine Kränkung gehalten. Mit ihr das unterbrochene Geſpräch fortzuſetzen und den Freundſchaftsbund im heiligſten Einverſtändniß neu und feſt zu ſchließen,