205
ſeinem Kriegsleben viel geſprochen, nach den Vorfällen, die ihn bewogen hatten, daſſelbe aufzugeben, und ihre Augen ſtrahlten von Anerkennung, als er einfach die Thatſachen erzählte, jedes Verdienſt einer ſo natür⸗ lichen Handlung von ſich abweiſend. Immer noch wartete ſie aber vergebens, daß er nach Adelheid Rett⸗ leben fragen werde, welche er doch hatte grüßen laſſen, von der er wiſſen mußte, daß ſie hier war. Ihr feines weibliches Gefühl glaubte in dieſem Schweigen Abſicht⸗ lichkeit zu erkennen und ſie mußte ihm ſelbſt überlaſſen, daſſelbe zu brechen. Endlich fragte er nun doch nach Adelheid und erklärte zugleich ſeinen Grund, als fürchte er, mißverſtanden zu werden. Die Gräfin antwortete ihm ruhig, daß Adelheid noch hier ſei und den Freund, der ihrer gedacht, gern wiederſehen werde; ſie bat die Hofmeiſterin, das Fräulein von der Ankunft deſſel⸗ ben in Kenntniß ſetzen zu laſſen, und fragte Günther, während die alte Dame das beſtellte, ob er ſchon ge⸗ hört habe, daß der ehemalige Marſtaller ſeines Vaters an ſeiner Wunde geſtorben ſei. Günther wußte es noch nicht. Er hatte längſt von Gosmar ſich losgeſagt, aber die Nachricht ſeines Todes that ihm doch leid; er hätte noch Manches von ihm ergründen mögen. Die zurückkehrende Hofmeiſterin unterbrach die Mitthei lungen nicht, welche die Gräfin ihrem Vetter über den


