Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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mein richtiger Vetter in gleichem Grade, wie ſich's mit ſpätern Heirathen zuweilen trifft. Seine Tochter hatte den Klaus Rettleben zu Mann; der iſt nun todt, ſie auch habt Ihr ihn gekannt?

Günther verneinte es und ließ ſich die thüringi⸗ ſchen Familiengeſchichten, welche Hans in ſeinem Lie⸗ besgram zu zerſtreuen ſchienen, ruhig gefallen. Hans ging aber gleich auf ſein Ziel los.Nun ſeht, eine Muhme von Klaus Rettleben iſt es, ſie wohnt jetzt bei den alten Leuten auf dem Ehrenſtein, die hat mir's ange⸗ than. Ich ließ mich nicht warnen, der Alte ſang mir wie ein Rabe vor: Reitersmann, laß die Röslein ſtahn, ſie ſind nicht dein, aber ich mußte mir doch den Mund verbrennen und mir's deutlich holen, daß ſie mich nicht mag.

Günther ſah nun an ſeinem Blick und bemerkte es an ſeinem Tone, daß der Fehlſchlag ihm tiefer zu Her⸗ zen gegangen war, als man nach äußerer Beobachtung glauben konnte. Er ſagte ihm daher ein theilnehmendes Wort.

Ja, Ihr ſolltet ſie erſt ſehen! fuhr Hans fort. Wenn ich katholiſch wäre, würde ich ſie eine Heilige nennen, ſo ſchön und fromm ſieht ſie aus! Ihre Augen beſonders das iſt, als ob man in den Himmel

ſchaute! Ich darf gar nicht mehr daran denken, ſonſt 2