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„Sein Herr vielmehr!“ erwiderte Günther.„Er iſt ein Edelknabe des Landgrafen von Heſſen.“
„Wie kommt der hieher?“ entgegnete der Reiter verwundert.„Ich denke, Heſſen wartet's ruhig bei ſei⸗ nen zwei Weibern ab!“
„Vielleicht ein Bote des Landgrafen“ erwiderte der Hauptmann.„Ich habe den jungen Menſchen ſchon zweimal auf Botſchaft von ſeinem Herrn getroffen.“ Er erzählte die Sendung deſſelben im vorigen Herbſte und wie ſie vom Kaiſer nicht angenommen worden war.
„Und das andere Mal?“ fragte der Reiter, wäh⸗ rend beide zu Günther's Zelte gingen, um ſich dort niederzulaſſen.
„Ihr ſpracht vorher von den beiden Frauen des Landgrafen“ entgegnete Günther.„Kennt Ihr ſie, Hans?“
„Die Landgräfin nicht“ antwortete dieſer.„Ich bin wohl in Kaſſel geweſen, aber nicht an den Hof gekommen. Die andere aber, das Zuweib, habe ich einmal in Rochlitz geſehen, wo ſie bei der Wittwe des geweſenen Erbprinzen als adlige Jungfer diente. Sie war ein junges hübſches Mädel, aber daß ſie der Landgraf mit Teufelsgewalt zur zweiten Frau nehmen würde, hätte ich nicht geglaubt. Sehr hübſch war ſie, recht zum Verlieben.“
Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg. III.


