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Walde, wie er gebeten hatte, ihn auch ferner zu nen⸗ nen, obgleich der junge Graf von Schwarzburg ihn als ſeinen Vetter anerkannte. Er ſtand auch an der Brand⸗ gaſſe des Regiments, als die braungelben Magyaren, welche ihre tatariſche Abſtammung nicht verleugnen konnten, mit ihrem Gefangenen hindurchritten. Gün⸗ ther erkannte ihn. Des Jünglings Wangen glühten vor Scham, aber ſeine Augen blickten trotzig umher und trafen auch den ſtattlichen Krieger, deſſen Antlitz ihm ſogleich als bekannt auffiel. Das war der Mann, der ihn bei ſeiner erſten, ebenfalls mißglückten Sendung vor Ingolſtadt mit ſeinem Namen angeredet hatte, der⸗ ſelbe, der ihn ſchon früher in Dresden geſehen haben wollte, als ihn der Landgraf mit einem Auftrage an die Hofmeiſterin von der Saal dorthin geſchickt hatte. Ihm fiel in dieſem Momente auch der übermüthige Zuruf wieder ein, den er im Lager vor Ingolſtadt dem kaiſerlichen Hauptmann zugerufen hatte:„Auf Wiederſehen in der Feldſchlacht“ Zu einer Feld⸗ ſchlacht war es bis jetzt nicht gekommen, und das Wiederſehen fand ihn elend gefangen, auf einem ungariſchen Pferde, zwiſchen zwei feindlichen Reitern, die über ihre ſpitzigen Schnurrbärte höhniſch auf ihn herabſahen. Der kaiſerliche Hauptmann ſah nicht höhniſch, ſondern ernſt zu ihm hin, er aber wandte


