Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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nete Gegend abzuſuchen, das Fußvolk, vom angeſtreng⸗ ten Marſch ermüdet, rückte in das Lager, die übrige Reiterei folgte ihm.

Als ſich die Fähnlein der Regimenter getrennt und die Krieger ihre Waffen abgelegt hatten, um ſich vor allem nur auf den Erdboden zu ſtrecken, entſtand doch wieder Unruhe; es kam ſchon ein ungariſcher Streif⸗ trupp zurück! Sie waren kaum abgeritten hatten ſie ſo nahe dem Lager ſchon wichtige Nachrichten erfahren? Es war aber kein Trupp der eben ausgeſchickten Cor⸗ netten, ſondern einer von denen, die während des Marſches immer auf weite Entfernung voraus und ſeitwärts ſtreiften, und er brachte einen Gefangenen mit. Die Deutſchen, bei deren Quartier ſie durch die Brandgaſſe nach dem Zelte des Feldherrn ritten, liefen zuſammen, um ihn zu ſehen; es war das Regiment Hildebrand von Madruzzi's, jetzt mit dem andern ver⸗ einigt, weil ſein tapferer Oberſt vor kurzem zu Nürn⸗ berg auf dem Marſche geſtorben war. Doch hatte der Herzog Alba die Führung der zwölf Fahnen an ſich dem Hauptmann übertragen, den er vor allen andern auszeichnete; eine Rang⸗ oder Altersfolge gab es noch nicht, die Führung war ein Amt, das Jedem nach Er⸗ meſſen des Befehlshabers anvertraut werden konnte. Der thüringiſche Hauptmann war es, Günther vom