Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Bahnzüge brauſen, er hatte ſich in der Ebene rechts gegen die Mulde gewendet, dieſe überſchritten und den Marſch auf Meißen gerichtet, um den Kurfürſten in einer offenen Feldſchlacht zu treffen, ehe er Zeit habe, ſich in ſeine ſtarken Feſtungen zu werfen und ſomit den Krieg ins Unabſehbare zu verlängern. An dem Tage, an welchem die ſtreifenden Ungarn den Eilboten des Landgrafen von Heſſen niedergeworfen hatten, war das Heer bei Mügeln angelangt, das Lager ſchon abgeſteckt und in Quartiere getheilt, als eine beunruhigende Nach⸗ richt eintraf. Der ſächſiſche Heertheil, welcher unter Thumbshirn ins böhmiſche Erzgebirge entſendet geweſen war, ſollte von dort zurückgekehrt ſein und jetzt in der Flanke der kaiſerlichen Armee ſtehen, kaum anderthalb Meilen entfernt. Dieſe wäre dadurch in eine ſehr gefährliche Lage gekommen. Der römiſche König verlor darüber völlig den Kopf, ſelbſt Herzog Moritz, für den es ſich um den bleibenden Verluſt ſeines ganzen Landes handelte, wurde beſtürzt. Beide forderten, daß unverzüglich das ganze Heer ſich wieder aufmache, um Thumbshirn zu vernichten, ehe er gemeinſchaftlich mit ſeinem Kriegs⸗ herrn wirken könne. Aber der Kaiſer verlor ſeine un⸗ erſchütterliche Ruhe keinen Augenblick. Erſt Gewißheit über jene Nachricht! Zweihundert Ungarn und ebenſoviel leichte deutſche Reiter mußten aufſitzen, um die bezeich⸗