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waffnung nach. Sie führten Spieße, aber nicht den kurzen ſchweren Speer der abendländiſchen Ritterſchaft, auch nicht den leichten mauriſchen der ſpaniſchen Gi⸗ netes, ſondern lange Lanzen, dabei gekrümmte Säbel, ſtatt gerader Degen, mancher hatte aber Beides am Leib⸗ gurt hängen, Säbel und Schwert; außerdem konnte man Streithämmer mit langen Stielen bemerken, die an den Sätteln befeſtigt waren, auch Feuergewehre, ſie ſchienen nicht Waffen genug haben zu können. Große Schilde, unten breit, oben ſpitz, bis über die Kopfhöhe hinausragend, mit bunten Sinnbildern bemalt, deckten ihre linke Seite. Und ihre kleinen Pferde mit den lebhaften, klugen Augen, den langen, flatternden Mähnen, den magern, nervigen Gliedern und der Energie ihres ra⸗ ſend ſchnellen Laufes, wie fremdartig auch ſie gegen die ſchweren Roſſe, die man hier zu ſehen gewohnt war! Dieſe Reitergeſtalten waren die Abkömmlinge jener wilden Magyarenhorden, welche einſt durch ihre Raub⸗ züge Deutſchland, Italien und Frankreich geſchreckt, bis ſie die Sachſenkaiſer der Deutſchen bei Merſeburg und auf dem Lechfelde zurückgeſchlagen hatten. Auch jetzt, nach ſechshundert Jahren, wo ſie im Dienſt eines deutſchen Kaiſers und Königs zum Krieg gegen Deutſche kamen, waren ſie wieder der Schrecken des Landes, und in dem Dorfe, nach welchem Flucht und Verfolgung ſich


