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richteten, erhob ſich ein Jammergeſchrei, als man von weitem die furchtbaren Reiter erblickte.
Junker Schenk hatte ein ſchnelleres Pferd als der Diener, welchen ihm der Landgraf mitgegeben hatte, weil deſſen Schlauheit ihm von Nutzen ſein konnte; er hatte gleich anfangs einen Vorſprung gewonnen, und als er ſich nach Gosmar umſah, fand er ihn nicht mehr hinter ſich. War er ſchon von den Huſaren eingeholt und niedergeſtochen worden oder hatte er eine andere Richtung genommen, als nach dem Dorfe, wo ſich Schenk zu retten hoffte? Gleichviel! Es war keine Zeit, an ihn zu denken, nur vorwärts, vorwärts! Die Feinde ſtürmten aber ſchon heran, ihr Geſchrei über⸗ tönte den Hufſchlag, der wie ein rollender Donner auf dem feſten Acker klang. Der Deutſche hatte das Schwert gezogen, um wenigſtens ſein Leben theuer zu verkaufen; entgehen konnte er ihnen nicht mehr, er ſuchte alſo ſein Pferd zu wenden, um ihnen mannhaft die Stirn zu bieten. Das Roß aber gehorchte nicht mehr, ſein In⸗ ſtinkt trieb es unaufhaltſam weiter, bis ein Lanzenſtich ſeine Weiche traf und es zuſammenſtürzte, ſeinem Reiter im Falle den halben Leib bedeckend. Blitzſchnell waren ſchon ein paar Ungarn von ihren Pferden geſprungen und fielen über den Geſtürzten her; ſie entriſſen ihm das Schwert und zogen ihn unter ſeinem Roſſe her⸗


