Teil eines Werkes 
3. Bd. (1868)
Entstehung
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kenne ich, der Kauz biſt Du, aber kein ehrlicher Kauz!

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das ſaß aber im Horſt eines ſteinalten Falken, mit dem er nicht anbinden konnte

Rede vernünftig, Gosmar! unterbrach ihn Schenk. Das iſt eine Fabel für Kinder! Die beiden Täubchen

Biſt Du frech genug, zu behaupten, daß Dir die Gräfin von Diez eine Rache an dem Fräulein von Rettleben aufgetragen hat? Und gar unter Zuſtimmung Deines Herrn? Soll ich Dir ſagen, weſſen man Dich beſchul⸗ digte, als Du entflohen warſt?

Ich weiß es! entgegnete Gosmar unverſchämt, während doch ſein blaſſes Geſicht eine Veränderung zeigte.Ich ſoll der Frau Gräfin, der ordentlich an⸗ getrauten Gemahlin meines Herrn, nach dem Leben geſtanden haben, aber mein Herr hat mich doch wieder in ſeinem Dienſt, das beweiſt wohl am beſten

Ein lauter Ausruf des Junkers von Schenk, ein erſchrockener Blick des Dieners in die Ferne, und beide jagten im ſchnellſten Lauf dem Dorfe zu, das in eini⸗ ger Entfernung vor ihnen lag. Quer über das Feld, durch die grüne Saat ſtürzte ein Schwarm fremder Reiter ihnen nach, der wie durch Zauberkunſt plötzlich aus der Erde emporgeſchnellt ſchien, da ſie ihn ſo gar nicht hatten nahen ſehen. Fremdartig ſahen die Reiter aus, ſowohl ihrer reichen wunderlichen Tracht als Be⸗