„Iſt Euer Oheim ſchwer verletzt?“ fragte die Gräfin mit großem Antheil.
„Ach, ſehr ſchwer, wie ich fürchte!“ antwortete Adel⸗ heid traurig.„Um meinetwillen!“ wollte ſie hinzu⸗ ſetzen, aber ſie unterdrückte das Wort, das ſie in Gegenwart der Hofmeiſterin bereut hätte, noch zu rechter Zeit und ſagte:„Um einen Menſchen einzu⸗ holen, der vor ihm auswich, muthete er ſeinem Pferd wohl zu viel zu, es iſt auch alt, und ſtürzte mit ihm! Welch ein Troſt für meine arme Tante wird es ſein, Euch zu ſehen!“
Katharina verſparte ſich alle Fragen, welche ſie noch hatte, auf ungeſtörte Beſprechung und wollte mit Adelheid in das Haus eintreten, als dieſe noch einen Blick auf die Menſchengruppe warf, die ſich noch nicht aufgelöſt hatte. Da kam Lisbeth, die ihrer Neugierde nicht hatte widerſtehen können, von dort zurückgelaufen.„Der Hund iſt vergiftet!“ rief ſie ſchon von weitem. Der Gräfin machte das einen unangenehmen, aber natürlich keinen wichtigern Ein⸗ druck, deſto mehr ſchien Adelheid von dem Zuruf des Mädchens ergriffen. Hatte. das Thier etwa beſonders geliebt?
„Das gilt miv!“ klang es im erſten Gefühl faſt unhörbar von ihren Lippen, aber die Gräfin hatte es


